Corona als Chance

Dieser Artikel aus der Reihe Was Deutschland bewegt ist eine Vorabveröffentlichung aus der Zeitschrift GegenStandpunkt 2-20 , die am 19.06.2020 erscheint.

Frohe Ostern: Pandemie VI.
Hinterher wird nichts mehr wie vorher sein – von wegen!

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Vom Bundespräsidenten bis zur Wirtschaftsredaktion der SZ und über den Papst wieder zurück: Die Menschheit wird ermahnt, optimistisch in die Zukunft zu blicken, die Krise als Chance dafür zu nehmen, dass alle irgendwie alles irgendwie besser machen, weil sowieso alles irgendwie nicht mehr so weiter geht wie bisher. So stellen die Anwälte des herrschenden Systems die Systemfrage – auf ihre Weise.

Frohe Ostern: Pandemie VI.
Hinterher wird nichts mehr wie vorher sein – von wegen!

Vom Bundespräsidenten bis zur Wirtschaftsredaktion der SZ und über den Papst wieder zurück: Direkt oder vermittels geschichtswissenschaftlicher Belehrungen wird die Menschheit ermahnt, optimistisch in die Zukunft zu blicken, die Krise als Chance dafür zu nehmen, dass alle irgendwie alles irgendwie besser machen, weil sowieso alles irgendwie nicht mehr so weiter geht wie bisher. So stellen die Anwälte des herrschenden Systems die Systemfrage – auf ihre Weise:

1.

Was sie an der Corona-Krise bemerken, weil ihr geschätztes Gemeinwesen damit praktisch konfrontiert ist:

Nach der Logik des Marktes, per allseitiges Geldverdienen, geht es mit dem nationalen Wirtschaftsleben aktuell tatsächlich nicht weiter. Anders aber schon, jedenfalls in den „entwickelten“, den „reichen“ Ländern: mit planmäßiger Bewirtschaftung des realen materiellen Reichtums an Gütern und einem dafür zweckmäßigen Einsatz gesellschaftlicher Arbeitskraft und Produktivkräfte.

2.

Bewerkstelligt wird der mit den Mitteln, die das in die Krise geratene System selbst bereitstellt, weil es die sowieso permanent braucht:

  • Planung mit staatlicher Gewalt;
  • Ersatz des entfallenden Quantums Gelderwirtschaftung durch den Einsatz hoheitlicher Gewalt als Geldquelle.

Daneben wird – gleichfalls mit den Mitteln des Rechts – ein Maximum an regulärer Marktwirtschaft aufrechterhalten: „Systemrelevantes“ wird ganz neu entdeckt und nur wenig einschränkenden Beschränkungen unterworfen; ganz viel „Home-Office“ (naturgemäß vor allem da, wo es um die für die kapitalistische Formbestimmung des ganzen Ladens und für seinen Gewaltbedarf nötige Bürokratie geht).

Zugleich befasst sich die Fachwelt mit dem Problem, wie sich die eingetretene Rezession kurz halten und mit guter, virologisch aufgeklärter Wirtschaftspolitik rückfallsicher verdauen lässt.

3.

Die weiter reichende auf Optimismus programmierte Zukunftsprojektion einer Welt, in der „nichts mehr so sein wird wie zuvor“, fordert und verspricht ebenso radikale wie visionäre Änderungen am System und einen fundamentalen Wandel der Mentalität in unserem Gemeinwesen:

a)

So bietet die Krise die einmalige Chance, ja gebietet es geradezu, die Arbeitswelt von morgen einerseits ganz neu zu denken, andererseits so, dass die Visionen rund um den Arbeitsplatz der Zukunft den Bezug zu unserer marktwirtschaftlichen Vernunft nicht missen lassen. Ein unverzichtbarer Baustein wird deshalb sein: das ‚Home-Office‘. Heimarbeit, die eine wegen infektionsbedingtem Eigen- und Fremdschutz aktuell zwar häufige, aber insgesamt immer noch Ausnahme darstellt, könnte in Post-Corona-Zeiten eine Selbstverständlichkeit werden; birgt sie doch das Potenzial eines die Pandemie überdauernden Nutzens: „Sie führe auch zu neuen Führungskonzepten und stärke Digitalisierung und Innovationsfähigkeit.“ (SZ, 16.4.20) Das ist schon mal nicht wenig. Bedenkenswert auch: „Deutschland hinke beim Home-Office im EU-Vergleich hinterher.“ (Ebd.) Das wirklich schlagende Argument: ‚Es geht‘, die Beschäftigten beweisen es tagtäglich, in steigender Zahl und anscheinend mehrheitlich wohlgemut:

„Das Bayerische Forschungsinstitut für Digitale Transformation fand bei einer Befragung von 1600 Beschäftigten heraus, dass der Anteil der Menschen im Home-Office schon in den ersten Wochen der Krise deutlich gestiegen ist … Die Zustimmung der Beschäftigten ist enorm. Nur 19 Prozent waren im Home-Office unzufrieden.“ (SZ, 16.4.20)

Die Heimarbeiter haben ihr Heim dem Vernehmen nach nicht dafür genutzt, mal alle Viere grade sein zu lassen und zu ‚entschleunigen‘ – was ja jetzt schwer angesagt ist –, sondern praktisch bewiesen, dass sie die Bürde, „Familie und Beruf unter einem Dach“ (ebd.) auf die Reihe zu kriegen, auch in dieser erzwungenen Ausnahmesituation privat zu stemmen gewillt und – irgendwie, jedenfalls auf eigene Kosten – auch dazu imstande sind. Das von den Unternehmen vorgegebene Arbeitsvolumen wird wegen eines Virus ja auch nicht weniger. Und wenn doch, weil das Geschäft einbricht, dann ist das für die Beschäftigten eine motivationssteigernde existenzielle Bedrohung. Die Not ihrer Abhängigkeit von den Jobs, deren Verlust sie sich jetzt, überhaupt, geschweige denn ‚nach Corona‘, nicht leisten können, ist eben immer noch der beste Stimmungsmacher!

Was das oft in Anschlag gebrachte ausgreifende Kontrollbedürfnis aufseiten der Unternehmer betrifft – „Der Mitarbeiter nicht am Ende des Flurs, sondern im Wohnzimmer?“ (ebd.) –: lässt sich das nicht mindestens ebenso gut digital, via Heim-Computer, befriedigen? Geradezu kontraproduktiv zu ihren Unternehmerinteressen wäre es da, wenn sie „nach der Krise zu alten Organisationsformen zurückkehren“ (ebd.). Ihnen verspricht die moderne Heimarbeit ja immerhin höhere Flexibilisierung in Sachen Arbeit ‚on demand‘ sowie reduzierte Kosten für Büroräume und Dienstreisen. Das zu kapieren und anzuerkennen, sollte eigentlich auch von den Skeptikern unter den Arbeitgebern nicht zu viel verlangt sein. Aber manchmal muss sich die Vernunft des Kapitals gegen die Starrköpfigkeit seiner Agenten eben mit (höherer) Gewalt durchsetzen.

Dasselbe gilt natürlich auch für alle anderen Bereiche, wo die Digitalisierung sich jetzt rasant breitgemacht hat. Nicht mehr als Utopie mit Schattenseiten gilt sie zurzeit, sondern als Verheißung und Allzweckwaffe. Denn macht sie nicht beinahe alles effektiver und dadurch – irgendwie – besser für uns? Wenn Lernen, Lehren, Studieren, Arztbesuche etc., eben alles, was man bisher auf analoge Weise mehr oder weniger hingekriegt hat, in Corona-Zeiten über diverse Tools und Plattformen vonstattengehen muss – und sich auch hier wieder erweist: ‚es geht‘ –, wer kann dann für die Zukunft noch ernsthaft die Rückkehr zum angestaubten Face-to-Face wollen?

Auch bezüglich der Frage, wovon der Corona- oder auch der Post-Corona-Mensch leben wird, gibt es Visionäres zu vermelden: Aus der Sammlung ‚realistische Utopien‘ wird das ‚bedingungslose Grundeinkommen‘ ganz neu entdeckt. Der alte Hut, qua staatlich gestifteter Zahlungskraft nicht nur das durch die ‚digitale Revolution‘ erwerbslos gemachte Volk irgendwie über Wasser zu halten, sondern der durchdigitalisierten Geschäftswelt die Kaufkraft der Massen und damit den Gewinn und überhaupt den Vorteil ihrer ganzen ‚Revolution‘ zu sichern, erscheint fast wie neu – angesichts dessen, dass der Staat in Zeiten von Corona quasi ohnehin schon leistet, was das BGE verspricht: Wenn schon mit Kurzarbeitergeld und anderen staatlichen Maßnahmen das Volk für die Geschäftswelt als Arbeits- und Kaufkraft erhalten wird, warum sich nicht gleich mit einem BGE die Kosten für den Moloch ‚Sozialstaatsbürokratie‘ sparen? „Ein Grundeinkommen wird kommen“ (Merkur.de, 14.4.20), mutmaßt in diesen Zeiten sogar der „Höhle-der-Löwen-(VOX)-Star und Investor“ (ebd.) Carsten Maschmeyer. Dürfen da noch die altbekannten Vorbehalte zählen, die früher dem BGE den Ruch des Utopischen verliehen haben? Nämlich: Zahlungskraft zur Versilberung der Warenwelt schön und gut, aber Leistung muss sich lohnen. Oder umgekehrt: Ohne Leistung kein Geld. – Es bleibt spannend!

Sogar der Klimaschutz könnte dank Corona eine neue Chance erhalten. Bloß wie:

„Es könnte doch so einfach sein: Nähmen die großen Industriegesellschaften den Stillstand wegen der Corona-Pandemie zum Anlass, endlich den Schwenk zu einer kohlenstoffarmen Lebens- und Wirtschaftsweise zu vollziehen, die Krise würde zum Wendepunkt der Klimapolitik. Warum, so muss man fragen, soll nach Corona alles wieder so werden wie vorher?“ (faz.net, 28.4.20)

Ja, warum nur?

„Kohle, Öl und Gas sind billig, weil sie noch in Unmengen unter der Erde lagern. Die Corona-Krise dürfte daran nichts ändern – im Gegenteil.“ (Ebd.)

Zwar hat das Klima auch und gerade jetzt mächtige Verbündete: „Danone und Co für grünen Wiederaufbau“ (tagesschau.de, 14.4.20)

„Der Umbau zu einer klimaneutralen Wirtschaft … und die Umgestaltung der Agrar- und Lebensmittelindustrie bieten die Möglichkeit zum schnellen Aufbau von Jobs und Wachstum.“ (Ebd.)

Aber es werden auch Bedenken laut, ob z. B. der ‚Green Deal‘, Kernprojekt der EU-Kommission, in dem viele die Chance gesehen haben, endlich „die Wirtschaft mit dem Planeten in Einklang zu bringen“ (Ursula von der Leyen, euractiv.com, 19.12.19), in Anbetracht von Corona noch zu halten ist. EU-Klimakommissar Timmermanns jedenfalls

„fand es nicht gut … dass die Plastikbranche ihm geschrieben habe und forderte, das Verbot von Einwegverpackungen wieder aufzuheben. Begründung: die seien in der Coronakrise hygienischer.“ (tagesschau.de, 27.4.20)

Es bahnt sich also an, dass „die Corona-Pandemie den Klimaschutz ausbremst“ (WAZ, 27.4.20), zumindest dort, wo die Gleichung zwischen Geschäft und Klimaschutz nicht aufgeht. Und wo beides doch vereinbar ist, da sind die Geschäftskalkulationen mit innovativer Technik mit höheren Titeln im Namen einer besseren Welt geadelt – und ein Virus hat (vielleicht) dabei geholfen, die grüne Vision wahr zu machen!

Was auch „nach Corona“ auf jeden Fall bleibt, ist, in welchem Geist künftig gewirtschaftet wird: einem Geist, der, das steht fest, alles im Prinzip zum Besseren wenden kann, weil er zukunftsorientiert, gemeinwohlstiftend, ökologisch und nachhaltig ist.

b)

Dieser durch Corona geläuterte Geist, der die Krise als Chance für unsere Gesellschaft wahrnimmt, macht auch vor unserem Gemeinsinn nicht halt:

„Ihnen allen, den vielen, vielen, die helfen, möchten wir beide heute von ganzem Herzen danken. Sie leben vor, was Solidarität heißt – im Großen wie im Kleinen. Sie zeigen, was unser Land zusammenhält! Ja, wir müssen Abstand halten. Aber wir sind uns gleichzeitig nah. Und jeder kann etwas tun. Sie tun das schon, Tag für Tag. Sie halten zusammen. Füreinander, für uns alle.“ (Gemeinsame Rede des Bundespräsidenten und seiner Frau, Video-Botschaft vom 8.4.20)

In seinem Loblied auf die gelebte Solidarität, für die er sich beim deutschen Volk bedankt, wirft sich der Bundespräsident nebst Gattin so auf die Krisenlage, wie es seinem Amt gebührt: Das ‚Wir‘, auf das er sich so exzessiv lobend bezieht, ist nicht wie im Normalfall das ‚Wir‘ der bundesrepublikanischen Konkurrenzgesellschaft, es ist das real existierende ‚Wir‘ einer bürgerlichen Gesellschaft im Ausnahmezustand: Die allseitige Betroffenheit durch die virale Gefahr und deren seuchenpolitische Bewirtschaftung durch den föderalen Rechtsstaat fordert ausnahmslos alle, verlangt so etwas wie allgemeine Rücksichtnahme, storniert gar – wenigstens teilweise – die Verfolgung konkurrierender Privatinteressen. Das hat dem deutschen Volk einiges an Drangsal in Sachen Beruf, Familie und Privates beschert, auch Unmut hervorgerufen, zugleich aber – ob vor, mit oder nach Steinmeier, jedenfalls ganz in dessen Sinne – eine Welle von Begeisterung losgetreten. Denn wie sonst nur in Kriegszeiten erhält durch den Corona-Notstand tatsächlich etwas reale Gestalt, was im ‚normalen‘ bürgerlichen Alltag – „leider nur“ – als allseits geschätztes und gepflegtes Ideal existiert: die Vorstellung von dieser Gesellschaft als einer gemeinschaftlich handelnden, in der man aufeinander achtet und zusammenhält. Dass jetzt, in dieser Ausnahmesituation, das übliche Gegeneinander aus der Not geboren tatsächlich mal ein Stück weit ruht, wird ‚erlebt‘ und genossen als die Wahrwerdung eines solchen Gemeinschaftswerks. Ob als Gesundheitswünsche an und von wildfremden Mitmenschen oder durch Applaus vom Balkon für die mies bezahlten „Helden des Corona-Alltags“ – „endlich einmal“ kann sich der Gemeinsinn, der in ‚normalen‘ Zeiten immer nur Beiwerk ist und einer privaten Extra-Anstrengung bedarf, richtig austoben. Wenn Bekenner der Tugenden des Zusammenhalts, der Krise sei Dank, zu Aktivisten davon werden, ist Anpacken mit- und füreinander Ehrensache, ob mit oder ohne entsprechendes Amt. – Das Verrückte an alldem: dass sich im Genuss solcher moralischen Aufwallungen einerseits nichts als die Unzufriedenheit mit dem normalen Lauf der Konkurrenz Bahn bricht, die an diesem andererseits nichts als den rechten Geist, der ihn begleiten soll, vermisst.

Neben den ganz hohen Werten, die sich allesamt auf Solidarität und Gemeinsinn reimen, gewinnen in Corona-Zeiten aber auch die kleineren Kalibers neue Strahlkraft: „wieder Staunen lernen“, „sich Zeit füreinander nehmen“, „ein Lächeln schenken oder auch zwei“ etc. lauten die Trostpflaster der Alltagsmoral, welche die oft vergeblichen Bemühungen, unter den Bedingungen eingeschränkter Bewegungs- und Betätigungsfreiheit Beruf, Familie und Freizeit irgendwie in Einklang zu bringen, wenigstens erträglicher erscheinen lassen. Die tiefe Einsicht, wie wenig der Mensch braucht, um glücklich zu sein – der Sache nach eher das Armutszeugnis des unbedingten Willens, sich mit widrigen Verhältnissen, denen er ausgesetzt ist, zumindest geistig zu arrangieren – ist eben nicht nur in Zeiten wie diesen gefragt, sondern in eigentlich allen. Auch für diese eher bescheidenen Werte gilt daher, dass sie es verdienen, für die „Zeit danach“ bewahrt zu werden.

Egal in welchen Höhen angesiedelt – der neue alte Geist wird jetzt quer durch die Republik beschworen, weil man ihm auch für die Zukunft einiges Schöne abgewinnen kann. Allen voran unser Bundespräsident, der sich jüngst noch mit der Veranstaltung von ‚Kaffeetafeln‘ begnügen musste, um ein gesellschaftliches Miteinander zu inszenieren. Jetzt dagegen kann er aus dem Vollen schöpfen; kein Wunder, dass der Mann dankbar ist! Freilich ist das mit dem ‚Bewahren‘ bei alledem so eine Sache: Nicht nur die Passantin, die vor laufender TV-Kamera schon jetzt die menschliche Wärme in der „Zeit danach“ vermisst, auch der Bundespräsident lässt in seiner Zukunftsprojektion gewisse Zweifel an der Haltbarkeit der gepriesenen Tugenden erkennen:

„Erinnern wir uns auch nach der Krise noch, was unverzichtbare Arbeit – in der Pflege, in der Versorgung, in den sozialen Berufen, in Kitas und Schulen –, was sie uns wirklich wert sein muss? Und helfen die, die es wirtschaftlich gut durch die Krise schaffen, denen wieder auf die Beine, die besonders hart gefallen sind?“ (Steinmeier, Osterrede, 11.4.20)

Wären es nicht Ermahnungen in Frageform, die ehrliche Antwort darauf wäre: eher nicht. Er sagt ja selbst, unisono mit allen Lobrednern auf die gelebte Moral in Corona-Zeiten: „Wir alle sehnen uns nach Normalität.“ (Ebd.) Und in der herrscht qua definitionem nun mal keine Ausnahmesituation, sondern wieder der ‚normale‘ Gang der marktwirtschaftlichen Konkurrenz; darum hat dann auch der Gemeinsinn wieder seinen angestammten Stellenwert als Einstellung zur Konkurrenz: viel und gerne beschworen, also Privatsache.

Heißt das nun, dass nach Corona alles wieder wie vor Corona sein wird, waren alle guten und schönen Taten vergebliche Liebesmüh' – und alle präsidentiellen Worte letztlich für die Katz? Keineswegs!

„Bitte bewahren wir uns diese kostbare Erfahrung. Die Solidarität, die Sie jetzt jeden Tag beweisen, die brauchen wir in Zukunft umso mehr! Wir werden nach dieser Krise eine andere Gesellschaft sein.“ (Ebd.)

So gesehen ‚bleibt‘ von Corona eine ganze Menge: wie in einem Schatzkästlein das schöne Erlebnis bewahren – als geistigen Zusammenschluss von dem schönen Erlebnis jetzt und dem, dass es in Zukunft wieder ‚normal‘ wird und werden soll. Der Unterschied, auf den es entscheidend ankommt: Mit dem Ethos „Wir haben aus Corona gelernt“ erscheint die garantiert selbe demokratisch-marktwirtschaftliche Gesellschaft wie vorher im Lichte einer ganz anderen und besseren.

*

Fazit I: Alles Mögliche wird anders, damit es in der Hauptsache so weitergeht wie bisher.

Fazit II: Wieder mal eine Krise, die nichts und niemanden ändert.


© GegenStandpunkt-Verlag.