stichwörter: BRD » Opposition » Friedensbewegung

weiterführend:
Friedensbewegung und rechte Kritik



1 / 91
Thesen zur landläufigen Friedens- und Kriegsmoral
Am Golf ist Krieg. Dies sorgt in den kriegführenden Ländern des Westens - offenbar in Relation zu dem Engagement bzw.
1 / 88
ALTERNATIVER NOBELPREIS FÜR HANS-PETER DÜRR: "UNBEQUEME MAHNER" - WIE WIR SIE MÖGEN
Hans-Peter Dürr ist so einer. Bekannt und geehrt für seine "profunde Kritik an SDI" und die Bemühung, "zu Weltproblemen praktikable Lösungen anzubieten".
1 / 88
H.-E. Richter "Amerikanismus, Antiamerikanismus - oder was sonst?" Nationale Gesinnungshygiene vom obersten Seelenwart
Horst-Eberhard Richter gilt - gerade bei kritisch gesonnenen Leuten - als führender Vertreter der Psychologie, nicht zuletzt deswegen, weil er laufend zu aktuellen politischen Streitpunkten und Auseinandersetzungen Stellung nimmt. Was diese Sorte politische Psychologie bewegt, dafür hat Richter mit seinem Aufsatz "Amerikanismus, Antiamerikanismus - oder was sonst?"
1 / 88
Freispruch für Äußerung "Alle Soldaten sind Mörder"
Die Politiker - jener Berufsstand, der ohne ein Heer von Soldaten nicht auskommt sind empört. Über diejenige Frankfurter Gerichtsinstanz, welche die Aussage eines friedensbewegten Mediziners; daß Soldaten "potentielle Mörder" sind, von der Anklage der ‚Volksverhetzung‘ und ‚Beleidigung der Bundeswehr‘ freigesprochen hat.
4 / 88
Gibt es denn nichts mehr zu tun für die Friedensbewegung?
Vor ein paar Jahren waren sie zu Hunderttausenden auf den Straßen und demonstrierten ihre Angst vor der "Kriegsgefahr". Dann wurden die Raketen, die ihnen als besonders gefährlich galten, aufgestellt.
3 / 87
Das Ergebnis des Moskauer Friedensforums. Sieben Minuten Bastians Hand an Gorbatschows Brust oder: Warum weinte Maria Schell ?
Die Öffentlichkeit ist gespalten. Einerseits geradezu begeistert, was in Moskau alles geht, andererseits - gerade wegen der Begeisterung - richtiggehend erbittert, was das wieder für ein mieser Trick ist.
5 / 87
Null-Lösung: Das oppositionelle Echo
Wenn die Sprachregelungen der Regierung durcheinandergeraten, dann schlägt in der Demokratie die Sternstunde der Opposition - sollte man denken. Aber das stimmt nicht ganz.
6 / 87
WARNUNG
An alle, die an die Friedensmission in der Politik glauben. Die CHANCE eines Vertrags, der nach den Vorschlägen Gorbatschows ein paar Mittelstreckenraketen entfernt, ist KEIN ERFOLG.
10 / 87
Null-Lösung. Zur politischen Psychologie des Rüstungsschachers - Ein bißchen Frieden?
Erst einmal nur ein bißchen Lob für die Supermächte. Dafür, daß sie vorhaben, demnächst ihre Null-Lösung zu unterschreiben.
1 / 86
Verteidigungsministerium contra kritische Naturwissenschaft: Irrwege der SDI-Kritik - Hinweise eines Kriegsplaners
Der Planungschef im Verteidigungsministerium Hans Rühle hat sich in einem Beitrag im "Spiegel" kritisch mit dem ‚Credo‘ des kritischen Naturwissenschaftlers Hans Peter Dürr gegen die ‚Strategische Verteidigungsinitiative‘ auseinandergesetzt. Diese Antwort aus Wörners oberster Amtsstube zeichnet sich durch zweierlei aus: durch die Lässigkeit, mit der Rühle auf eine Widerlegung der Einwände im ernsthaften Sinne verzichtet, und durch die Tatsache, daß er mit der Logik eines Rüstungsplaners gleichwohl die Schwächen der Rüstungskritiker ziemlich schonungslos aufdeckt.
5 / 86
VERHARMLOSENDE RECHTFERTIGUNGEN, HARMLOSE VORBEHALTE
Alle reden von SDI - auch das Kursbuch. Seine neueste Ausgabe ist darüber sogar zum Bestseller geworden.
7 / 86
Wissenschaftler vor der Atomfrage: Was gibt es an der Kernkraft auszusetzen
Nach der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl ist die Technik der Wärmegewinnung aus Kernenergie ins Gerede gekommen. Ihre Brauchbarkeit, "Beherrschbarkeit" und Tauglichkeit überhaupt wurde prinzipiell angezweifelt.
2 / 85
Waffen und Moral (Ideologien der Friedensbewegung)
Ausgerechnet das Kriegshandwerk ist seit jeher ein beliebter Stoff für moralische Abwägungen. Dabei geht es nicht nur immer wieder um Himmlers heiße Frage, ob die Jungs bei ihrem dreckigen Geschäft auch sauber geblieben sind.
4 / 85
GROSSDEMO WÄHREND REAGAN-BESUCH
Starnberg (fpk) - Der Besuch des amerikanischen Präsidenten in der Bundesrepublik rückt näher. Gemeinsam mit den übrigen Staatschefs der westlichen Industrienationen trifft er sich anfang Mai zum großen "Weltwirtschaftsgipfel" in Bonn.
9 / 85
Mit der Bombe Frieden machen
Anläßlich des 40. Jahrestags des Abwurfs der Atombombe auf Hiroshima und Nagasaki hat die japanische Regierung
9 / 85
Naturwissenschaftler gegen SDI - Deutsche Elite übt nationale Verantwortung
Die "Initiative für Abrüstung" an der Technischen Universität Darmstadt hat jüngst ein Schreiben an die Max-Planck-Gesellschaft, die Deutsche Forschungsgemeinschaft, den Verein Deutscher Ingenieure und die Deutsche Physikalische Gesellschaft verschickt. Darin fordert Prof.
10 / 85
Die Gewerkschaften machen mobil - Frieden, Frieden über alles!
Für den Frieden wird manches getan. Die Herren in Bonn z.B.
11 / 85
Friedensnobelpreis: Mehr Hygiene für die Rüstungsdiplomatie
Passend zum Genfer Höhepunkt der Rüstungsdiplomatie ist das Nobelkomitee bei der Suche nach würdigen Preisträgern für die Sache des "Friedens" fündig geworden. Unter 99 Bewerbern hat es zwei Mediziner, der eine aus Ost, der andere aus West, ausgewählt, die schon vor 20 Jahren zu einer weltbürgerlichen Freundschaft gefunden und 1980 eine "blockübergreifende" Initiative friedensbewegter Mediziner gegründet hatten.
3 / 84
Mutlanger Geschichten
Die Mutlanger, die Bewohner von "Deutschlands erstem Pershing-Dorf" (Bild am Sonntag) sind sauer. Verständlich, denkt sich der Beobachter und glaubt aufs Wort; daß die Leute dort seit dem Beginn der Stationierung "nichts als Ärger haben."
4 / 84
Deutschland, Deine Dichter
Deutsche Dichter konnten nicht mehr anders. Sie mußten es hinausschreien, daß nach der Raketenstationierung die Republik im Argen liegt.
4 / 84
Peter Merseburger: "Die unberechenbare Vormacht - wohin steuern die USA?" : Ungemein hintergründig
Der Merseburger, den man vom Fernsehen kennt, wie er frei redend und zufällig vor dem Weißen Haus in Washington stehend die geheimnisvollen Fäden der Politik kommentiert, die er sich zusammengesponnen, hat ein ganzes Buch geschrieben. Im Unterschied zu seiner Behauptung über das Thema ist sein Schriftwerk leicht auszurechnen.
5 / 84
DIE VERRÜCKTEN LOGISCHEN GLIEDER EINER MENSCHENKETTE
Wie der Name schon sagt, besteht eine Menschenkette aus ganz viel Menschen. Jung und alt, Bauer und Student, Arbeiter und Christ, Handwerker und Künstler, Grüne und Pop-Sänger, SPD-ler und evangelische Pastoren - wurscht welchen Stands und Interesses -, alle Menschen, die sich in sie einreihen, bilden ihre Bestandteile.
5 / 84
Der Ostermarsch 84 - Die Gemeinde macht weiter
Am Ende waren beide Seiten zufrieden: Ostermärsche mit Zubehör (Menschenketten, Blockadeversuche, Feste und Feierstunden) fanden statt. Die Teilnehmerzahl war im Vorjahrsvergleich geschrumpft, und die Veranstaltungen liefen so ab, daß sie in den Lokalteilen der Presse harmonisch neben den Reportagen vom österlichen Ausflugsverkehr ihren Platz fanden.
9 / 84
"Manöverbehinderungen und Menschennetz": Eine typisch friedensbewegte Aktion
Die Friedensbewegung gibt Lebenszeichen von sich. Dem Beschluß ihres Bundeskongresses, als Schwerpunkt geplanter friedensbewegter Herbstaktivitäten eine "Aktionswoche Manöverbehinderung und Menschennetz im Fulda Gap" durchzuführen, folgte eine öffentliche Ermahnung von den "Prominenten" Eppler, Lafontaine, Bastian, Böll und Albertz, sich im September in Osthessen nicht unangemessener Radikalität schuldig zu machen.
11 / 84
Horst-Eberhard Richter: "Psychologie des Friedens" - Vom Unsinn der Klage über die Unfriedlichkeit der Politik
Der Psychoanalytiker und Sozialpoychologe Horst E. Richter gilt als anerkannte Autorität der deutschen Friedensbewegung.
2 / 83
Ostermarsch bis Totensonntag
Ostern 1983 sah die Marschordinung auf beiden Seiten geschlossen, geordnet und weitgehend "gewaltfrei": In der großen Politik hat der Wahlsieg von Union und FDP alles klargemacht. Im Herbst werden sie aufgestellt, Cruise missiles und Pershing auf dem Territorium der BRD.
3 / 83
Schriftsteller für den Frieden: Deutsche Dichter in der Verantwortung
Im April "begegneten" sich in Westberlin 2 Tage lang Literaten aus beiden deutschen Staaten und "diskutierten über den Frieden". Unangefochten von den praktischen Beiträgen der Herren Staatsmänner, die als Chefs der NATO einen Weltfrieden ohne, und das heißt gegen die östlichen Souveränitäten durchzusetzen im Begriffe sind, beriefen sich die Damen und Herrn Dichter auf ihre ganz spezielle "Verantwortlichkeit" in Sachen Friede auf Erden als geistige Repräsentanten der Nation.
4 / 83
Friedensbewegung: Stationierungsjahr 1983
Im Herbst werden wir auf der Seite stehen, wo die Knüppel der Staatsgewalt auf die Menschen niedergehen werden, die die Stationierung neuer Raketen aus Verantwartung vor sich und ihren Kindern nicht hinnehmen können." (Marieluise Beck-Oberdorf, Die Grünen, in ihrer Antwart auf Kohls Regierungserklärung.
4 / 83
Evangelischer Kirchentag in Hannover: Friedensdienst in violett
Das war ein heißer Kirchentag! Nur ein langes Wochenende brauchte die versammelte evangelische Christenheit, um jenen Verdacht gründlich auszuräumen, den ihr die "FAZ" und ein paar reaktionäre Pfaffen zuvor angehängt hatten: ausgerechnet in violett, der kirchlichen Farbe der Reue und Buße, drohe dem Glauben, ja der ganzen Republik die Gefahr eines Aufstandes.
11 / 83
Franz Alt: Auch eine Kriegskritik: Mensch, bessere dich!
Die Streitschrift des christdemokratischen Journalisten Franz Alt gegen die Kriegspolitik in West und Ost bringt uns in den Genuß einer "religiösen Argumentation gegen Atomrüstung." Diese hat so ihre Konsequenzen.
11 / 83
Friedensbewegung: Friede im Lande!
Vor dem Höhepunkt des "Heißen Herbstes", der Stationierung von Pershing und Cruise Missiles, eine Aktionswoche der Friedensbewegung: Special Guest Willy Brandt ließ sich am Ende mehr falsche Kritik gefallen als die Blockierer, Kettenbilder und Volksversammelten. Noch selten ist der Anlaß so zielbewußt dem Konsens untergeordnet worden, daß es gut ist, wenn Protest sein darf.
1 / 82
Friedenspädagogik: Lebendiger Unterricht
Pädagogische Friedenskonzepte treten an mit dem Anspruch, ihr Einsatz für den Frieden sei mehr als "bloße Kriegsverhinderung", Frieden bedeute für sie mehr als die "Abwesenheit von Krieg";, "Angesichts der heutigen existentiellen Bedrohung muß für die Erziehung zum Frieden ein erweiterter Friedensbegriff die notwendige Grundlage sein.
2 / 82
Die Vorbereitungen der Friedensbewegung auf den Reagan-Besuch
Warum kommt der Chef des westlichen Kriegsbündnisses am 10.6. nach Bonn?
2 / 82
Friedensinitiativen
Kein Mensch kann behaupten, daß einem die bundesdeutsche Demokratie nicht übergenug Möglichkeiten böte, etwas gegen den nächsten Weltkrieg zu tun. Man denke doch nur daran, wie oft man bereits Gelegenheit gehabt hat, sich durch das Abgeben seiner Unterschrift (samt Adresse und vor allem Berufsbezeichnung) gegen die "Kriegsgefahr" auszusprechen!
2 / 82
Ein nationaler Osterspaziergang
When the saints go marching in... Von über 300000 sprachen am Ostermontagabend die Veranstalter, während die Polizei kleinkariert wie immer in solchen Fällen bestenfalls die Hälfte gezählt haben wollte: Ostermärsche in der BRD und Westberlin, das bessere Deutschland war unterwegs.
3 / 82
Bahro/von Freyhold: "Charta für ein atomwaffenfreies Europa"
Wir schreiben das Jahr 1982, und es hat die Friedensbewegung bzw. irgendeiner ihrer vielen Teile (damit es nicht wieder heißt, wir würden das nur durch den ‚Frieden in Freiheit‘ geeinte bunte Völkchen über einen Kamm scheren; das sollen sie lieber mit sich selber ausmachen) beschlossen, gemäß ihrer internationalen Mission in Brüssel eine "Europäische Tagung über nukleare Abrüstung" zu veranstalten.
3 / 82
Der Beitrag der Friedensbewegung zum Reagan-Besuch: Ein Aufstand für den Frieden
Ob die westdeutsche Friedensbewegung vor lauter internen Abgrenzungsanstrengungen ganz übersehen hat, daß ihre Demonstration am 10. Juni in Bonn genau unter demselben Motto steht wie die der CDU am selben Ort fünf Tage zuvor: "Frieden in Freiheit"?
3 / 82
Antwort der Friedensbewegung auf die Polenkrise: Sehr repräsentativ
Schon im Februar hielten es zahlreiche repräsentative Köpfe der Friedensbewegung für angebracht, sich zur Polenkrise zu äußern. In den "Blättern für deutsche und internationale Politik" Nr.
3 / 82
Friedensbewegung in der DDR: Die Friedensbewegung geht nach drüben
Die Friedensbewegung in der Bundesrepublik hat die Friedensbewegung in der DDR entdeckt. Brav folgt sie der Anweisung, die jede Kritik an der Bundesrepublik seit ihrer Gründung als Dienst am Feind entlarvt: Zu mindest theoretisch geht sie nach drüben und erklärt sich solidarisch mit den inneren Gegnern des feindlichen Systems - längst bevor die wissen, ob sie welche sind.
3 / 82
Eine amerikanische Friedensbewegung - Weltherrschaft ohne Weltuntergang
Es ist schon erstaunlich, was heutzutage alles unter dem Titel "Friedensbewegung" antritt und eine alternative Friedenspolitik in Konkurrenz zur herrschenden vorschlägt. Da verfaßt ein potentieller Präsidentschaftskandidat in den USA zusammen mit einem "vorausschauenden" Senator der Reagan-Partei eine Resolution namens "Freeze", und schon wittert die hiesige Bewegung einen Bündnispartner inmitten des amerikanischen "Establishments", eine "Alternative" zu Reagan, die gute Aussichten hat, 1984 Präsident der USA zu werden.
3 / 82
Friedensdemonstration in Wien: Ein österreichischer Beitrag zur Sicherung des Weltfriedens
Noch vor dem Erscheinen des ersten Demoaufrufs warnten nicht wenige Politiker vor "Einäugigkeit" und empfahlen ganz umsichtig: "weder Antiamerikanismus noch (!) Prosowjetismus" (SPÖ-Vorstand Blecha).
3 / 82
Friedensbewegung 1914 und 1982: Eine deutsche Friedensgeschichte
Sicher wird, wenn es dann so weit ist und der 3. Weltkrieg läuft oder beendet ist, wieder die Frage aufgeworfen werden: "Wie konnte es dazu kommen?"
3 / 82
Frieden als Kultur
Bis zum nächsten Krieg ist "der Frieden" nicht mehr aufzuhalten: Strahlender Sieger aller großen Festivals - vom Grand Prix d‘Eurovision in Harrogate über den 1. Mai bis zur Moskauer Weltfriedenskonferenz der Weltreligionen - ist "der Frieden" auch beim Treffen der NATO-Liedertafel Anfang Juni in Bonn der Favorit.
4 / 82
Kommentare zum Bonner Friedensfest: Stärke, die vom Himmel kommt
Die Friedensbewegung hatte sich für den 10.6. in Bonn als friedlich angekündigt, und genauso lief ihr "Aufstehen für den Frieden" auch ab: Nicht als Kritik an der deutsch amerikanischen Kriegsallianz, die der Sowjetunion zur gleichen Zeit vorletzte Warnungen zukommen ließ, sondern als zur Schau gestellte Absage an eigene Opposition, als demonstrierte Wehrlosigkeit gegenüber einer Politik, die sich zu solcher freundlich-genügsamen Untertanengesinnung nur gratulieren kann.
5 / 82
Friedensbewegung: Die letzten (Fort-)Schritte
Obwohl sie als Bewegung für den Frieden schon immer mehr war als eine reine Oppositionsbewegung, betrachtete sie es als eines ihrer wesentlichen Ziele, die Aufstellung der neuen Mittelstreckenraketen zu verhindern. Das brachte dieser neuen "Fundamentalopposition" ziemlich schlimme Vorwürfe ein bis hin zum Kommunismusverdacht.
5 / 82
Schriftsteller für Frieden: Auf Kongressen tönen ihre Lieder...
Gründe, sich Sorgen zu machen über das, was Politiker zur Zeit ins Werk setzen, gibt es zuhauf. Kein Wunder, daß sich unter denjenigen, die Literatur zu ihrem Lebenszweck ernannt haben, viele mit Rang und Namen finden, die meinen, sie müßten warnen.
1 / 81
Gewerkschaftliche Bildungsarbeit: Psychologisches zum Krieg (H.E. Richter)
Die IG Druck und Papier, die neben den auf ihr Handwerk, nach all den Dequalifizierungen durch die umfassende Rationalisierung des Gewerbes, besonders stolzen "Jüngern der schwarzen Kunst" vornehmlich auch die Meister der Kunst des Schwatzens aus den Redaktionsstuben organisieren will, verfügt über ein Publikationsorgan, die "drupa", das bereits durch die Kleinschreibung der Form nach verrät, wer den Anspruch erhebt, intellektuelle Avantgarde im DGB zu sein. Hier kommt neben Schöngeistigem auch mal ein Vertreter des Geisteslebens zu Wort, der dessen modische Errungenschaften besonders schön zu Papier bringen kann.
2 / 81
Die Friedensbewegung: Noch eine Kampffront
Da opfert der "Stern" seine bunten Seiten dem Nachweis, daß im Ernstfall unser aller Sicherheit von shitrauchenden GIs abhängt, den Bedienungsmannschaften der in deutschen Wäldern gelagerten Atomraketen, und daß mit diesen Dingern der Ernstfall eines atomaren Schlachtfelds zwischen Rhein und Elbe so gut wie sicher ist - und nicht einmal dieser Appell an nationale Empörung des Publikums verfängt bei diesem. Bürgerinitiativen: "Ami-Raketen raus aus Ramstein!"
2 / 81
"Kampf dem Atomtod" in Bremen: Hl. Messe der Friedensfreunde und Kriegsmacher geplatzt
tefo Bremen - "Es geht ums Leben!" - unter diesem Motto veranstaltete am vergangenen Wochenende die "Abrüstungsinitiative Bremer Kirchengemeinden" eine Ausstellung über die Anti-Atom-Bewegung in den fünfziger Jahren und eine Veranstaltungsreihe mit Diskussionen über die aktuelle Friedensbedrohung...
2 / 81
FRIEDENSDEMONSTRATIONEN IN BONN: SELIG SIND DIE FRIEDFERTIGEN...
Wenn angesichts des Zusammentretens der nuklearen Planungsgruppe der NATO in Bonn ca. 15.000 Menschen am 4.
3 / 81
NEUESTE ERFOLGE AN DER FRIEDENSFRONT
Der Krieg, auf den augenblicklich hingerüstet wird, ist noch gar nicht so richtig ausgebrochen - da laufen von der Heimatfront schon erste Sondermeldungen ein, die von schönen Erfolgen künden, für die auch bereits Helden und Opfer zur Feier anstehen: Die zentrale deutsche Stellung, daß Rüsten dem Frieden und damit nur "unserer Sicherheit" dient, also "defensiv" ist, lag zwar nicht direkt unter Beschuß, konnte sich gleichwohl eben deshalb um so glänzender behaupten. Beim Probealarm der Kameraden Friedensforscher war von diesen einmal angenommen worden,
4 / 81
Christlicher Protest für Rüstungsabstinenz
Protest gegen den NATO-Doppelbeschluß meldet auch die christliche Friedensbewegung an. Wie die Krefelder sehen sie in der möglichen Störung eines vorgestellten Gleichgewichts einen möglichen Kriegsgrund, weshalb sie für Abrüstung und Entspannung eintreten.
4 / 81
Friedensappellanten: Nationale Alternative aus Krefeld
Seit Monaten suchen sich deutsche Politiker in der Verurteilung jeder Friedensliebe zu überbieten, die in ihrem Ideal etwas anderes sehen will als eine Begründung für die derzeitigen Kriegsvorbereitungen der Nato. Wo Regierung, Opposition und Präsident gegen "übertriebene idealistische Bestrebungen" zu Felde ziehen und die politische Landschaft mit ihrem Verdikt einer bloßen "Gesinnungsethik" oder einer "Ersatzreligion" namens Entspannung bestimmen, da nimmt es Wunder, mit welchen Argumenten die wenigen Bundesbürger angetreten sind, die solche Meinungsbildung insofern auf sich persönlich beziehen dürfen, weil sie mit der beschlossenen Aufrüstung nicht einverstanden sind.
4 / 81
Gewerkschaften: Der Beitrag des fortschrittlichen Teils der Arbeiterklasse zur Friedenssicherung
Mit stolzem Ernst blickt die IG Metall in ihrer großen Friedensnummer zum 1. Mai - vorndrauf ein buntes Bild vom Erdball mit vielen Bäumen, Häusern, glücklicher Bevölkerung, aber auch mit in das All starrenden Raketen und mit bösen Panzern - auf ihre lange Tradition der Friedensliebe zurück und zitiert ihren Ahnvater Wilhelm Liebknecht aus dem Jahre 1868:
4 / 81
Linke SPD kontert Krefeld
Drei Wochen nach den Krefeldern, die bis dahin Unterschriften nicht nur von Prominenten wie Blödel-Otto und dem ehemaligen Tatort-Kommissar Haferkamp gesammelt hatten, sondern auch von Gewerkschaftlern, SPD-Mitgliedern und Jungdemokraten, veröffentlichten zwei SPD-Linke den Bielefelder Appell. Nicht, daß sie etwas gegen das Anliegen der Krefelder gehabt hätten.
4 / 81
VDS-Demonstration in Bonn: "Bafög statt Pershings"
Diese Neuauflage der alten Studentenvertreterparole "Bildung rauf, Rüstung runter", mit der schön damals das Interesse an mehr Geld beim Studieren mit demonstrativem ‚Realismus‘ (der Staat hat genug davon) und Idealismus (es stünde ihm besser zu Gesicht, mehr für die Bildung="Gutes" zu tun) vorgebracht wurde, hat es in sich. Um ausgerechnet heutzutage, wo die zuständigen Bonner Politiker keinen Zweifel daran lassen, nicht nur, daß ihnen keine Kosten zu hoch sind, um die Bundeswehr für die Erledigung des NATO-Endzwecks aufzurüsten, sondern auch, daß diesem Oberziel sämtliche sonst im Haushalt aufgeführten Aufgabenbereiche unterzuordnen sind, mit der alternativen Losung auf die Straße zu gehen, die Pershing-Raketen seien "Verschwendung" staatlicher Mittel, die im Bildungsbereich "sinnvoller" angelegt werden könnten, muß man seine altgehegten Staatsillusionen schon mit sehr viel inszenierter Blauäugigkeit demonstrieren.
4 / 81
Der Dritte Weltkrieg (III): Klarstellungen zur Beteiligung der BRD an der Vorbereitung des Dritten Weltkriegs
Die militärischen Bemühungen der Bundesregierung, mit denen sie im Rahmen der NATO die Verteidigung der Freiheit wahrnimmt, werden in der Öffentlichkeit ausgiebig verhandelt. Die Notwendigkeit sämtlicher Maßnahmen wird tagtäglich erneut bewiesen, und die Bürger der Republik kommen dabei in den zweifelhaften Genuß, andauernd "den Ernstfall denken" zu dürfen.
5 / 81
SPRÜCHE FÜR DIE BEWEGUNG
Die deutschen Politiker wissen es zu schätzen, daß ein patriotischer Landsmann voll auf ihr Gewissen setzt. Dem allein sind sie nämlich verantwortlich.
5 / 81
"SIE HABEN NICHT DRESDEN GESCHÜTZT..."
Es konnte nicht ausbleiben, daß sich unter diejenigen, die auf der "Friedenssehnsucht junger Menschen ihr Süppchen kochen wollen", auch Leute einreihen, die ganz offen faschistisch argumentieren. Da lesen wir doch mitten unter Aufsätzen, die sich mit dem NATO-Doppelbeschluß auseinandersetzen, einen, der so anfängt:
5 / 81
Friedensdemonstration in Bonn: Befehle zum inneren Frieden
In Bonn hat jüngst die offizielle Politik die gängige Ideologie widerlegt, Staatsmänner würden Aktionen gegen äußere Feinde in Angriff nehmen, um innenpolitische Probleme zu lösen oder zumindest von ihnen abzulenken. Es war nämlich genau umgekehrt: Die politisch Verantwortlichen, die in Wirklichkeit kein innenpolitisches Problem haben, das ihnen große Sorge bereiten würde, nahmen ihren erklärten Willen, die gewaltige Offensive der NATO gegen den Osten maßgeblich mitzutragen, zum Anlaß, im Inneren für ein Stück mebr Ordnung zu sorgen.
5 / 81
300000 MACHEN FRIEDEN
"Keine Zwischenfälle" lautet die Meldung über die Bonner Demonstration am 10. Oktober.
5 / 81
Medizin und Krieg
Der bundesdeutsche Staat plant seinen nächsten Krieg. Das schließt ein: Er kalkuliert dessen Kosten, nicht nur an Tornados und Rolands, an Sold und Betriebsstoffen.
5 / 81
300.000 machen Frieden - Woodstock im Hofgarten
Happy waren sie alle, die 300000 auf und um die Hofgartenwiese, ein "ungeheuer duftes Gefühl", mit so vielen zusammenzusein, die "vor allem das Gleiche fühlen", wie eine Demonstrantin es hinterher im Jugendfunk dem Reporter erzählte: "Das kam von innen heraus, nicht nur mit dem Kopf, verstehst du!" Dabei sein war alles, und indem man dabei war und sonst weiter nichts - "da wurde nichts politisiert", meinte ein Teilnehmer: wie man sich doch täuschen kann -, wurde der Erfolg der Demo erreicht, und das war Erfolg genug, für die große Mehrheit.
6 / 81
Die Friedensbewegung bewegt sich vorwärts - 5 Thesen zur Friedensliebe
"An der Spitze der Friedensbewegung in der Bundesrepublik steht der Bundeskanzler!" sagte Regierungssprecher Becker und setzte damit eine typische Regierungslüge in die Welt.
6 / 81
DIE AVANTGARDE DER MILLIONEN FRIEDLIEBENDEN DEUTSCHEN
Erstens und vor allem besteht die Friedensavantgarde aus Christen
6 / 81
DIE MÖCHTEGERN-AVANTGARDE DER FRIEDENSAVANTGARDE
mag Mit-Organisator des Krefelder Appells gewesen sein, mitrepräsentieren darf sie die Friedensbewegung nicht - obwohl sie anderes gar nicht will. Jedenfalls beteuert sie, daß sie nicht vorhat, irgendjemand von seiner antikommunistischen Einstellung abzubringen (es sei denn durch das gute Vorbild der Kommunisten, die jedem seine Meinung lassen!),
6 / 81
Gerhard Kade: "Generale für den Frieden - Interviews"
Acht ehemalige NATO-Generale, mehr als bloß repräsentative Teilnehmer an sämtlichen Kriegen der letzten Jahrzehnte, sozusagen Spitzenfunktionäre, angefangen vom Weltkrieg II über sämtliche Kolonialkriege vom Kongo, Algerien, Vietnam bis zu Angola und Mosambik, nebst einigen weniger bekannten in Südostasien, Afrika und im Friedensdienst der UNO, vorgestellt unter dem Titel "Für den Frieden" sind kein schlechter Witz des Herausgebers. Im Gegenteil - dieses Exemplar eines Friedensforschers meint, die moralische Berechtigung seiner Sorte Vaterlandsverteidigung ganz unwiderleglich zu machen durch Zeugen aus dem für das Morden im Staatsdienst zuständigen Berufsstand.
6 / 81
Kirche in Ost- und Westdeutschland: Der göttliche Friede ist teilbar
Der Herrgott würde über jeden Staat und jedes Volk seine schützende Hand halten? Er würde ohne Ansehen des Systems über den Frieden wachen?
3 / 80
C.F. v. Weizsäcker: Philosophischer Zivilschutz
Es ist durchaus kein Widerspruch zur gepredigten Verantwortung des Geistesschaffenden - wie ein besorgter Frager Prof. C.
4 / 80
KORRESPONDENZ: "WARUM SOLL MAN VOR SOLCHEN BEWEISEN NICHT ERSCHRECKEN DÜRFEN?"
Ihr stimmt uns zu, daß die Vorgänge im und vor dem Stadion nicht in einen Topf zu schmeißen oder gar auf den Kopf zu stellen sind, landet dann aber auf Umwegen doch wieder bei der Gleichsetzung - über die Wirkung auf Euch: Ihr seid über beides erschrocken und verlangt deshalb nach dem Grundsatz ‚Kritik gerecht nach allen Seiten verteilen!‘ unbedingt auch eine Absetzung von den Vorgängen vor dem Stadion.
4 / 80
Zeitgeist: Friedensliebe ist modern
Es ist schon ein sonderbares Schauspiel: In ziemlich regelmäßigen Abständen fällt den engagierten Intellektuellen hierzulande auf, daß Frieden und Krieg offenbar so sehr zusammengehören, daß man sich trotz einiger Jahre relativen Friedens (bei uns hat‘s immerhin nicht gekracht) immer noch Sorgen um den nächsten Krieg machen muß. Und mit derselben Routine entnehmen dieselben Intellektuellen ihrer Beobachtung das genaue Gegenteil: Eigentlich sollte es nicht auf den Krieg, sondern auf den Frieden ankommen, lautet das schon betagte, aber immer wieder ungeheuer mutige Glaubensbekenntnis.

© Verein zur Förderung des marxistischen Pressewesens e.V. München